Tierschutz

Foto: Lichtsammler / pixabay.com
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Bündnis 90 / Die Grünen streiten zusammen mit Tierschützer*innen, Verbraucher*innen und Kommunen schon lange für mehr Tierschutz im Land – auch ein Grund für meinen Parteibeitritt.

Als Fördermitglied im Tierschutzbund ist es mir ein besonderes Anliegen, mich auch stärker aus Hannover heraus für den Tierschutz einzusetzen.

Wichtig ist vor allem, dass Tieren in der Lebensmittelproduktion (allein dieses Wort verursacht bei mir Wut) und Landwirtschaft zu keinem Zeitpunkt ihres Lebens Schmerzen oder Qualen durch Menschen zugefügt werden. Dies gilt für die Zeit des Aufwachsens ebenso wie für die Zeit danach: den Transport und die Schlachtung. Eine artgerechte, ökologische Haltung von Nutztieren muss nicht nur Bestandteil von Agrarpolitik, sondern auch in der Tierschutzpolitik verankert werden.

In der Landwirtschaft braucht es höhere Mindeststandards für die Tierhaltung und eine eindeutige Kennzeichnung der Haltungsform. Ich möchte daher dafür einsetzen, dass Erzeuger*innen beim Stallumbau unterstützt und Tierschutzbemühungen finanziell honoriert werden. Tierschutzvorschriften müssen stärker kontrolliert, eine unabhängige Beschwerdestelle, ein Verbandsklagerecht sowie eine Tierschutzbeauftragte eingeführt werden. Um bei konventioneller wie ökologischer Haltung von Tieren zur Lebensmittelproduktion mehr Tierschutz durchzuführen, fordere ich:

  • die Implementierung eines besseren Kontrollsystems
  • dafür mehr Personal und bessere Qualifizierung in den zuständigen Behörden
  • gemeinsame Kontrollgruppen von Polizei und Veterinärämtern und bessere
  • Zusammenarbeit mit den Staatsanwaltschaften bzw. Ordnungsbehörden
  • eine Vereinheitlichung des Verwaltungshandelns.

Tierschutz geht für mich aber auch über diese Nutztierhaltung hinaus. Auch die Heim-/Haustiere gehören zunehmend geschützt – übervolle Tierheime mahnen uns zu mehr politischen Handeln. Für Tierheime, Tierauffangstationen und Gnadenhöfe fordere ich eine verlässliche Finanzierung. Der Tierärztlicher Notdienst muss vor allem im ländlichen Raum ausgebaut werden.

In der Wissenschaft und in der Lehre sind Tierversuche und sogenannter Tierverbrauch auch in Niedersachsen noch weit verbreitet – der Skandal um das LPT-Labor in Mienenbüttel hat das furchtbare Agieren dieser Unternehmen offenbart. Die Tiere werden unter widrigen Bedingungen gehalten. Oft sterben die Tiere während des Versuchs oder werden anschließend zur Untersuchung getötet. Bei den Versuchen werden die Tiere verletzt, absichtlich krank gemacht, genetisch manipuliert. Ihnen werden Körperteile abgeschnitten oder giftige Stoffe gespritzt. Oftmals werden sogar ohne Genehmigung Versuche gestartet, Zuchtpläne missachtet, Tiere überflüssig gezüchtet und anschließend getötet. Dies macht deutlich, dass Tierversuche mit Sensibilität zu behandeln sind und einer starken staatlichen Aufsicht unterliegen müssen. Ich setze mich daher dafür ein, dass sich das Parlament in Niedersachsen wieder stärker in diese Debatte begibt und sich für eine Ausstiegsstrategie einsetzt. Moderne Verfahren, wie die Organ-Chips haben das Potenzial Tierversuche künftig gänzlich zu ersetzen. Deshalb braucht es von Seiten des Bundes und des Landes weiterhin ausreichend Fördermittel, um die Forschung zu Alternativen zu beschleunigen. Für Tierversuche brauchte es im Genehmigungsverfahren eine strenge Prüfung auf Notwendigkeit des Versuchs, auf die Ersetzbarkeit und auf die ausreichende Befähigung der Versuchsleiter*innen. Die Haltungsbedingungen müssen häufiger überprüft und Ergebnisse aus Tierversuchen offengelegt werden. In der Lehre müssen alle Studienfächer ohne Tierversuch und -verbrauch zu absolvieren sein.